Volk-Nation-Europa. Zur Romantisierung und Entromantisierung politischer Begriffe

Hrsg. von Alexander von Bormann

Der Band enthält die Vorträge des Symposiums, das die Stiftung für Romantikforschung im Herbst 1995 in Amsterdam veranstaltet hat. Alle drei Begriffe bestimmen zentral die gegenwärtige Diskussion, und sie haben zugleich eine führende Rolle in der deutschen und europäischen Romantik gespielt. So war die Leitfrage der Vorträge und Diskussionen gedoppelt: Wie ist die Romantik mit diesen Begriffen umgegangen – was heißt Romantisierung? Und wie gehen wir mit diesem (auch problematischen) Erbe um, mit einer Romantisierung, die sich als politische Willenserklärung, ja Tat begreifen läßt? In vier Schritten und über zwanzig Beiträgen wird das Spannungsverhältnis dieser Begriffe untereinander und zu Geschichte und Gegenwart ausgemessen, und zwar von Literatur- und Kulturwissenschaftlern, Juristen, Historikern, Politologen, Dichtern, Diplomaten. Das die Stiftung für Romantikforschung leitende Konzept einer fächerübergreifenden Verständigung zu zentralen Begriffen kommt hier exemplarisch zum Ausdruck.

A.v. Bormann: Zur Romantisierung und Entromantisierung politischer Begriffe. Einleitung – W. Haas: Nationale Identitäten. Drei Thesen. Begrüßung – H. Buck: Zum Spannungsfeld der Begriffe Volk – Nation – Europa vor der Romantik – A.v. Bormann: Volk als Idee. Zur Semiotisierung des Volksbegriffs – D. Schefold: Volk als Tatsache, Ideologie und politische Kultur – U. Ricklefs: Geschichte, Volk, Verfassung und das Recht der Gegenwart: Achim von Arnim – P. V. Zima: Einheit und Vielheit. Zwischen Romantik und Moderne – G. Oesterle: Goethe und Diderot: Camouflage und Zynismus. “Rameaus Neffe” als deutsch-französischer Schlüsseltext – B. Tibi: Zehn Gedanken über die Entromantisierung der Begriffe Volk, Nation und Europa. Ethnische Kulturen und Neo-Absolutismus. Zwischen Ethnizität und kultureller Moderne – S. Moses: Das jüdische Volk, Europa und die Völker der Erde. Zu Franz Rosenzweigs Hegel-Kritik – A. Mitzman: Left Populism and Social Romanticism in 19th Century France: the Case of Michelet – J. Leerssen: Nation, Volk und Vaterland zwischen Aufklärung und Romantik – W. Hinderer: Das Kollektivindividuum Nation im deutschen Kontext. Zu seinem Bedeutungswandel im vor- und nachrevolutionären Diskurs – H. Kimmerle: Familie, Volk, Nation aus interkultureller Sicht. Ein spannungsvolles Begriffsdreieck im sozial-politischen Denken – A. Rüegg: Die Schweiz und Europa – B. Sterchi: Röschtigraben – Innen und außen – Helen Schwarz – A. Muschg: Ein Strauß schweizerischer Freiheiten – P. M. Lützeler: Europäische Identität. Der mühsame Weg zur Multikultur – O. M. Maschke: Österreich – entromantisiert – K. Acham: Volk, Nation, Europa – bezogen auf ältere und neuere Formen Österreichs und des Österreichischen – G. Matzner-Holzer: Die Spannung Volk – Nation – Europa am Beispiel Österreichs I – F. Weiss: Die Spannung Volk – Nation – Europa am Beispiel Österreichs II – B. Frischmuth: Österreich – was denn sonst?

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